Paradies etc.

Covergestaltung: Michel Meyer
Thomas C. Breuers immerhin schon 17. Druckwerk. Ein Buch über Amerika, eins über Idole und über das Reisen. Und wie schon inseinem Erfolgsroman "Sekt in der Wasserleitung" sind diese 15 Kurzgeschichten zumeist in der Provinz situiert. Da gibt es die Quadratschädel, Hillbillys, die bigotten Rednecks und Obskuranten, da darf man "mit sechszehn zwar keinen Alkohol kaufen..., dafür aber hingerichtet werden", aber es gibt eben auch diese paradiesischen Nester wie Sedona, wo sich seiner Legende zufolge der liebe Gott mit der esoterischen Schalterbeamtin Blanche zur Ruhe gesetzt hat. Breuer ist einige Zeit in den USA herumgereist, kennt also Land und Leute, und das merkt man diesen Geschichten an. Sie sind wirklichkeitssatt, detailreich, legen Wert auf die Beschreibung von Interieurs, von Landschaften, eben der Dingwelt. In einigen Erzählungen streift er die Reportage, ist der Plot eher dünn, dafür die Atmosphäre umso suggestiver, etwa in "Swampwatch", wo er einen Renn-Armadillos züchtenden Hinterwäldler schildetrt, der das Erbe des unbekannten, aber genialen Blues-Songwriters LaVern Tradieux verwaltet. Das klingt alles so, als würde es stimmen, aber man traut ihm trotzdem nicht über den Weg.
(von Frank Schäfer, erschienen in der Rubrik: "Printpop" im Rollingstone, 12/2002)
Im September 2003 erschien (zum 25. Bühnenjubiläum) bei Maro ein neues Buch mit Kurzgeschichten unter dem Titel "Paradies, etc."
Zwei Geschichten gab es 1996 und 2000 als Jahresgaben (sind aber überarbeitet):
- Swampwatch und
- Franks Welt.
Dazu gibt es Geschichten über
- Margaret Trumans Waschsalon in Key West, Fla. *
- Einen verhinderten Selbstmörder in Andernach *
- Die Nöte Charles Bukowskis im Ringen um Authentizität *
- Meine Liebe zu Lovin Spoonful *
- Mein gebrochenes Verhältnis zu John Lennon *
- Gottes neuen Wohnort in Arizona und *
- Die Suche zweier Rheinland-Pfälzer nach dem Paradies
...mit einer gehörigen Dosis Road-Blues-Schmus … spielt in den Südstaaten.
Die Geschichten verbindet ein roter Faden: Das Thema Götter bzw. Idole. Warum in den meisten immer wieder Motive wie Chili oder Maxwell House Coffee vorkommen - nun: das kann man selber rausfinden. Der Maro-Verlag ist ein kleiner, feiner Verlag und ein Phänomen: Immerhin hat er die unfreundlichen Zeiten freundlicher Übernahmen bis dato überlebt. Klein heisst aber auch, dass man sich als Autor gelegentlich selbst um seine Belange kümmern muss, aber das hält jung und frisch. Deshalb rühre ich die Werbetrommel grad selbst: Ich komme gerne zu einer Lesung! Ich bin erschwinglich, relativ pflegeleicht und garantiere einen Abend mit Tiefgang und Witz (ja, beides möglich, sogar in derselben Veranstaltung. Gelegentliche musikalische Einlagen nicht völlig auszuschliessen).