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Alfred Biolek ein "bekennender Spaghettiträger"

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Foto Andreas Sterzing, New York

Der Heidelberger Thomas C. Breuer serviert im Domhof "Deutsche far niente"

Ladenburg. Von wegen süßes Nichtstun: Beim Programm "Deutsche far niente" ist geistige Höchstleistung gefragt. Wenn Thomas C. Breuer mit Wortwitz und italienischen Begriffen nur so um sich wirft, da bleibt kein Auge trocken. Und nicht selten sind seine Pointen so genannte Bananenwitze: "Die reifen erst beim Kunden."

Der Saal ist recht gut gefüllt, als Breuer in der Ladenburger Reihe "Kleinkunst im Domhof" auf die schlichte Bühne tritt. Im schwarzen Anzug, mit einem blauen Italia-Shirt und Socken in den Landesfarben Rot und Grün. Unter dem Bistrotisch steht eine Flasche Pelegrino, darauf liegen seine Manuskripte. "Ich mache eine Lesung, aber das sage ich nicht vorher, weil sonst nur Frauen kommen", bekennt der Künstler, der in Eisenach geboren ist und heute als freier Schriftsteller in Heidelberg lebt.

"Ladenburg liegt nur aus Versehen nicht im Elsass", schwärmt der Gast gleich zu Beginn des Abends nach einem Bummel durch die pittoreske Altstadt. "Es gibt auch deutsche Lokale hier", aber die italienischen sind ihm natürlich nicht entgangen. Und schon ist die Brücke zum Thema des Abends geschlagen.

Nur den Vatikan spart Breuer aus, aus Rücksicht auf den Tod des Papstes.Dafür bekommt der Fernsehkoch Alfred Biolek, "bekennender Spaghettiträger", immer wieder sein Fett ab, nicht nur wegen seiner Vorliebe für deutsche Weine.

Breuers Reise nach Italien geht gleichermaßen durch Kopf und Magen. Doch wer in der Pause die passende Ergänzung erwartet hatte, wird enttäuscht.Auf der Getränkekarte steht nicht etwa Pino grigio, Chianti, und Prosecco, sondern Bier, Wein und Sekt aus Baden-Württemberg. "Die Italiener haben die Zitronen, die saure Mienen haben wir", zieht Breuer einen Vergleich.

Deutschland sei das "Mega-Mekka der Meckerer", bemerkt er und nennt Begriffe wie Miesmuscheln und Windjammer als Beleg. Aber auch um den Stiefelstaat sei es nicht viel besser bestellt: "Italia farfalle - Italien verfällt."

Breuers Ausflug in die Politik gelingt besonders. Wenn er vom "Kanzlerflüsterer Münz Frantefering" spricht oder die Berlusconi-Regierung als "Terrakotta-Armee" bezeichnet. Mit Berlusconi, so lässt der groß gewachsene Künstler wissen, stehe er nur dann auf Augenhöhe, wenn dieser bei Schröder auf den Schultern sitzt. Beim Namen Eros Ramazotti wird mancher deutsche Mann blass vor Neid. Doch es geht auch deutsch, denkt der Sprachkünstler, erfindet "Triebhard Stonsdorfer" und singt und spielt für ihn einen Blues auf der Mundharmonika. Als Zugabe gibt's Ausschnitte aus Berlusconis Anrufbeantworter und vom Bürgermeister eine Flasche Rotwein. Nein, kein Chianti, sondern Schriesheimer Spätburgunder. Breuer freut sich: "Ich bin demnächst in Schriesheim, da kann ich mich schon mal hinsaufen."

Von Hans-Jürgen Emmerich © Mannheimer Morgen - 13.04.2005

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Aktualisiert am 09.09.2009